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Projekt: Sammlung Jürgen Schweinebraden Erschließung und Bearbeitung der Werke von A.R. Penck (Ralf Winkler) aus der Sammlung Jürgen Schweinebraden Mit dem Erwerb der umfangreichen Sammlung mit Werken von A.R. Penck (Ralf Winkler) aus dem Besitz von Jürgen Schweinebraden Ende des Jahres 2007 konnte die Städtische Galerie Dresden einen bedeutenden Zuwachs ihres Bestandes verzeichnen. Das Konvolut umfasst etwa 40 Gemälde, Objekte und Assemblagen, 330 Aquarelle und Zeichnungen, 340 Übermalungen, 80 druckgrafische Arbeiten sowie etwa 100 Werke aus dem Umkreis der Künstlergruppe „Lücke“, an deren Entstehung A.R. Penck mitgewirkt hat. Der überwiegende Teil der Sammlung stammt aus der Dresdner Zeit von Ralf Winkler/A.R. Penck, von dessen künstlerischen Anfängen in den 1950er Jahren bis zu dessen Ausreise aus der DDR im August 1980. Für die Städtische Galerie Dresden ist die Übernahme der Sammlung Ausgangspunkt für eine systematische Auseinandersetzung mit dem Werk eines der interessantesten Künstler, die im letzten Jahrhundert von Dresden aus gestartet sind. Neben dem Ausbau des Konvolutes sehen wir unsere Aufgabe vor allem darin, dem Künstler A.R. Penck in seiner ehemaligen Heimatstadt eine Basis der Überlieferung seines Werkes zu schaffen. Dazu gehören nicht nur die Recherche von Fakten und Dokumenten zu seiner künstlerischen Entwicklung, sondern vor allem die Bildung eines theoretischen Kontextes für die Kunst von A.R. Penck. Nach einer ersten Überblicksausstellung im Frühjahr 2008 und einem begleitendem Katalog werden weitere Projekte zur Erschließung jeweils einzelner Teile der Sammlung folgen. In Ergänzung zu den im Katalog publizierten Essays finden Sie auf dieser Seite drei Texte des Sammlers Jürgen Schweinebraden zum künstlerischen Schaffen von A.R. Penck. Weitere Informationen zum Sammler finden Sie unter: www.ep-verlag-schweinebraden.de Jürgen Schweinebraden über A.R. Penck, 1987 (PDF, 12 KB) Einführungsrede zur Ausstellung Ralf Winkler „Übermalungen“, 1979 in der EP Galerie Jürgen Schweinebraden (PDF, 33 KB) Text für die Edition Nr. 1, 20 Skizzen aus dem Jahr 1968, Verlag der EP Edition Jürgen Schweinebraden, 1982 (PDF, 144 KB) Text für die Edition Nr. 10, Diktatoren, Verlag der EP Edition Jürgen Schweinebraden, 1984 (PDF 153 KB) Der Künstler Ralf Winkler wurde 1939 in Dresden geboren. In einem Volkshochschulkurs bei Jürgen Böttcher erhielt er 1953/54 seine erste künstlerische Prägung. Von den Kunsthochschulen in Dresden und Berlin wurde er zurückgewiesen und erklärte sich daraufhin selbst zum Künstler. In seinen frühen Werken setzte er sich intensiv mit der Kunst von Rembrandt und Picasso auseinander. Um 1961 entwickelte er eine künstlerische Zeichensprache zur Darstellung menschlicher Handlungsbezüge, mit der er Weltruhm erlangen sollte. In der Folge entstanden die sogenannten „Welt-“ und „Systembilder“, und er entwickelte sein „Standart“-System. 1968 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Michael Werner in Köln und nahm das Pseudonym A.R. Penck an. Seine Bewerbung um die Mitgliedschaft im Verband bildender Künstler der DDR wurde 1968 abgelehnt. 1971 bis 1976 arbeitete A.R. Penck in der Gruppe „Lücke“ gemeinsam mit künstlerischen Autodidakten an Gemeinschaftsbildern. Öffentliche Ausstellungen blieben ihm in der DDR verwehrt, während er in Westdeutschland und Westeuropa Erfolge feierte. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1972 und 1977 mit seinen Beteiligungen an den documenta-Ausstellungen Nr. 5 und 6, ohne dass er selbst je in den Westen reisen durfte. 1973 fand seine erste Einzelausstellung in der DDR in der „EP-Galerie“ von Jürgen Schweinebraden in Berlin statt. 1980 verließ A.R. Penck die DDR und war danach bei Köln, in Berlin und London tätig. Seit Ende der 1980er Jahre lebt er überwiegend in Irland. Der Sammler Jürgen Schweinebraden Freiherr von Wichmann-Eichhorn wurde 1938 in Dresden geboren und lernte Ralf Winkler 1956 kennen. Durch ihn kam er in Kontakt mit der Gruppe, zu der außer Winkler auch Peter Graf, Winfried Dierske, Peter Herrmann und Peter Makolies gehörten. Bereits in den 1950er Jahren begann er, Arbeiten seines Freundes zu sammeln. Er erlebte die Entwicklung Winklers zu A.R. Penck mit. In vielen Gesprächen beteiligte er sich an Ralf Winklers Auseinandersetzungen mit der Kunst und folgte dessen Interesse für wissenschaftliches Denken. Nach seinem Psychologiestudium gründete er in Berlin die „EP Galerie Jürgen Schweinebraden“ und organisierte zahlreiche Ausstellungen und Konzerte. Dabei präsentierte er auch Mail Art, Konzeptkunst, Performance und Video, von internationalen Künstlern. 1980 wurde er wegen „Herstellung illegaler Druckerzeugnisse“ strafrechtlich verfolgt und siedelte in die Bundesrepublik über. Er war bei der Nationalgalerie in Westberlin, bei der documenta 8 sowie von 1989 bis 1992 als Leiter des Hamburger Kunstvereins tätig und lebt heute als Ausstellungsmacher, Publizist und Verleger in Hessen. |
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